Hier kann ich so sein, wie ich bin

„Hier kann ich so sein, wie ich bin“

Zusteller Sven Schulz

Jeder Mensch ist anders. Manche sind dünner, manche dicker. Einige kleiner, andere größer. Ein paar haben Tattoos, ein paar haben Piercings. Was alle Beschreibungen gemeinsam haben? Es dreht sich um Äußerlichkeiten. Doch die sind nicht alles, was auch zählt ist die Persönlichkeit und der Mensch hinter dem Aussehen. Sven Schulz ist so jemand mit Persönlichkeit. Warum er sich für den Zustellerjob entschieden hat und was bei seinem Arbeitgeber anders, besser ist als bei anderen, erfährst du hier.

Manchmal muss Sven Schulz schmunzeln, wenn er in den frühen Morgenstunden an die Türen seiner Kunden tritt. „Einige sind so früh wach, dass sie schon am Briefkasten stehen, wenn ich gerade die Zeitung einwerfe. Oft haben die Leute dann noch ihren Morgenmantel an. Das ist dem ein oder anderem schon unangenehm, aber ich finde das eher amüsant“, erzählt Sven und lacht. Seit 2016 arbeitet der der 32-Jährige als Zusteller in Itzehoe und Umgebung. Zunächst in Teilzeit, seit einem Jahr ist er in Vollzeit bei der Zustellgesellschaft Schleswig-Holstein (ZGSH) angestellt.

„Dann fällt auch das Arbeiten leichter“

„Hier muss ich mich nicht verstellen und kann so sein, wie ich bin“, sagt Sven. Dieser Satz bekommt eine besondere Bedeutung, wenn man in Svens Gesicht schaut. Dort hat das Nordlicht vier Piercings. Zwei am Kinn, zwei im Stirnbereich. Sven fällt auf, bleibt im Gedächtnis – doch nicht alle akzeptieren seinen Körperschmuck. „Bei der ZGSH war das nie ein Thema. Die haben mich als Person gesehen und nicht nur das Äußere betrachtet”, erinnert er sich. „Aber ich habe in vorherigen Jobs ganz andere Erfahrungen gemacht.” Nach seiner Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann arbeitete er eine Zeit lang als Filialleiter einer Drogerie. Doch dort gab es die Ansage „Du bekommst die Filialleitung nur, wenn du die Piercings rausnimmst.“ Für die Chance beugte sich Sven der Aufforderung, glücklich war er damit aber nicht: „Ich möchte mich auch im Job so zeigen können, wie ich es privat mache – dann fällt auch das Arbeiten leichter.“ Also wechselte er seinen Arbeitgeber. Durch eine Zeitungsannonce wurde er in dieser Zeit auf den Zustellerjob aufmerksam. Zunächst wollte er sich nur etwas zu seinem Hauptjob dazuverdienen, doch die Arbeit als Zusteller und die damit verbundenen Vorteile gefielen ihm immer besser. So wurde nach drei Jahren aus der Teilzeit- eine Vollzeitstelle.

Mittlerweile ist Sven morgens in drei Bezirken unterwegs und stellt rund 250 bis 300 Tageszeitungen zu. Anschließend verteilt er am Morgen noch Briefe oder die Wochenblätter, Feierabend hat er gegen Mittag. Natürlich kennt auch er die Vorurteile, die über Zusteller kursieren. Von seinen Freunden hat er nach seinem Wechsel aus dem Einzelhandel zur Zustellgesellschaft aber keine Sätze á la „Du trägst ja jetzt nur Zeitungen aus“ gehört. Wenn er doch mal mit solchen Aussagen konfrontiert wird, dann sagt er meist nichts dazu. „Ich lasse das eher so stehen und denke mir, dass die, die so etwas sagen, selbst mal in der Früh aufstehen und arbeiten sollen“, sagt er. Er selbst weiß die Vorteile des Jobs mittlerweile mehr als zu schätzen.

„Mir gefällt die Abwechslung. Klar, ich habe meine Stammbezirke für die Tageszeitungen, aber wenn irgendwo jemand ausfällt, springe ich oft ein. Samstags mache ich häufig noch Büroarbeit“, sagt er. Besonders wichtig ist Sven der Austausch mit seiner Vorgesetzten
Monika Suhr. „Ich kann mit sämtlichen Problemen zu ihr kommen. Irgendwie findet sie immer eine Lösung. Manchmal frage ich mich zwar, wie sie das macht, aber es läuft echt super“, stellt Sven fest. Da Sven für die Personaldisponenten so flexibel einsetzbar ist, hat er mit seiner Festanstellung auch einen Firmenwagen gestellt bekommen. Mit dem kann er schnell in die Gebiete fahren, wo es sonst aufgrund eines Personalausfalls knapp werden würde, die Zeitungen pünktlich im Briefkasten zu haben.

Planungssicherheit durch Vollzeitstelle

Der Firmenwagen ist ein weiterer großer Pluspunkt für Sven: „Als das Angebot kam, habe ich sofort zugesagt. Mir gefällt die Flexibilität, die ich dadurch bekommen habe“, sagt er. Außerdem habe ihm die Vollzeitstelle eine gewisse Planungssicherheit gegeben. So weiß er, wie viel Geld am Ende des Monats übrig bleibt und was er für Reisen zurücklegen kann. Auf Reisen geht er in seiner freien Zeit besonders gerne. In Europa hat er bereits fast alle Länder gesehen. Sein Traumreiseziel: „Amerika. Da wollte ich schon immer einmal hin“, erzählt Sven. Am liebsten gemeinsam mit seinem Mann Kevin. Bis es so weit ist, genießen die beiden ihren Feierabend häufig in ihrem Garten. Und dafür haben beide tagsüber gemeinsam viel Zeit – denn auch Kevin ist seit 2016 in Teilzeit bei der ZGSH als Zusteller angestellt. „Den habe ich direkt nach einigen Wochen dazu geholt, weil es mir so gut gefallen hat“, berichtet Sven. Seitdem ist das Ehepaar Schulz ein fester Teil der ZGSH in Itzehoe – und will das auch noch lange bleiben.

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