Erst Zusteller, jetzt berühmt

Damit die Zeitungen und Briefe morgens pünktlich im Briefkasten sind, sind jeden Tag hunderttausende Zusteller in ganz Deutschland unterwegs. Auch einige Prominente haben vor ihrem Ruhm als Zusteller gearbeitet. Wer dabei ist, das lest ihr hier.

Warren Buffet

Der US-amerikanische Großinvestor und Unternehmer ist einer der reichsten Menschen der Welt. Mit rund 83 Milliarden Dollar steht er derzeit auf Platz 3 der Rangliste. Doch der heute 89-Jährige wurde nicht so reich geboren. In jungen Jahren verdiente sich Buffett sein Taschengeld mit dem Austragen von Zeitungen in seiner Heimatstadt Omaha im US-Bundesstaat Nebraska. Interessant: Jahre später investierte Buffett im großen Stil ins Zeitungsgeschäft. Er gründete ein Unternehmen und kaufte damit zahlreiche Verlage. Insgesamt gehörten mehr als 31 lokale Tageszeitungen sowie 49 Wochenblätter zum Portfolio. 2020 verkaufte er sein komplettes Zeitungsgeschäft.

Zidane
Zinedine Zidane

Als Zusteller hat die französische Fußballlegende zwar nie offiziell gearbeitet, allerdings hat er als Kind häufig dem örtlichen Postboten beim Austragen geholfen. In einem Interview sagte der ehemalige Mittelfeldstratege, dass er als junger Bursche gar nicht den Traum hatte, Fußballer zu werden: „Ich wollte Zusteller werden“, sagte Zidane. Fußball habe er mehr aus Spaß gespielt. In dem Viertel in Marseille, in dem er aufgewachsen sei, habe es einen Postboten gegeben, der die Kinder immer um Hilfe gebeten habe, als sie mit dem Spielen fertig waren. „Mir hat das Verteilen von Paketen gefallen und alle sagten mir, dass ich meine Arbeit gut machen würde. Eigentlich war ich mir sicher, dass das mein späterer Beruf werden würde“, berichtete der heute 47-Jährige im Interview mit dem Magazin SO FOOT.

Abraham Lincoln

Bevor Abraham Lincoln im Jahr 1861 der 16. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika wurde, versuchte er sich in verschiedenen Branchen. Er arbeitete unter anderem als Gleisarbeiter, Bootsmann und Landvermesser. Mit 24 Jahren auch als Posthalter in New Salem, Illinois. Er arbeitete dort von 1833 bis zur Schließung des Büros in New Salem im Jahr 1836. Posthalter waren Privatleute, die durch den Besitz von Pferden oder einer Kutsche mobil waren. Sie stellten ihre Transportmöglichkeiten der Post zur Verfügung. In seiner Biografie heißt es, dass er die Post selbst ausgetragen habe – transportiert habe er sie wohl in seinem Hut.

Raymond van Barneveld

Darts wird immer mehr zum Trendsport. Einer der erfolgreichsten Dartspieler aller Zeiten ist der Niederländer Raymond van Barneveld. „Barny“ oder „The Flying Dutchman“, wie er von seinen Fans genannt wird, ist fünffacher Weltmeister und der erfolgreichste Niederländer, den es in dem Sport bislang gab. Bevor er allerdings professioneller Dartspieler wurde, arbeitete van Barneveld als Postbote in seiner Heimatstadt Den Haag.

Walt Disney
Walt Disney

Einen seiner Filme hat wahrscheinlich jeder schon einmal geschaut. Walt Disney ist einer der erfolgreichsten Filmproduzenten der Geschichte und wurde mit zahlreichen Auszeichnungen überschüttet. Walt war noch ein kleiner Junge, als sein Vater Zustellrouten der regionalen Tageszeitungen „Kansas City Star“ und „Kansas City Times“ erwarb, wodurch er für das Austragen in diesen Bereichen verantwortlich war. Walt und sein Bruder wurden von ihrem Vater dazu verpflichtet, beim Austragen der Zeitung zu helfen. Und das selbst im tiefsten Winter, bei hohen Minusgraden, ab 3:30 Uhr in der Früh, wie es in einer Biografie der späteren Hollywood-Legende beschrieben ist.

Kurt Krömer

Alexander Bojcan ist der Öffentlichkeit als Comedian bekannt unter seinem Künstlernamen Kurt Krömer. In einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung sagte er über den Künstlernamen: „Ich wollte einen Namen, der – anders als Alexander Bojcan – ganz einfach auszusprechen ist (…). Ich habe zwar das Schulsystem abgelehnt, aber Deutsch und Geschichte fand ich gut. Und mein Deutschlehrer hieß Krömer. Wenn ich nicht so faul gewesen wäre, hätte ich Abitur gemacht und diese beiden Fächer studiert – und Herr Krömer hätte seinen Anteil daran gehabt.“ Der heutige Grimmepreisträger trug vor seiner Comedy-Karriere in Berlin Zeitungen aus. Und das aus einem ganz einfachen Grund: Er wollte weder den „Eltern noch dem Staat auf der Tasche liegen“, wie er im NOZ-Interview sagte. Also suchte er sich Jobs, die er auch ohne Lehre ausüben konnte.

Steffi Jones

Eine der erfolgreichsten deutschen Fußballerinnen hat als Schülerin Zeitungen ausgetragen, um sich das Taschengeld aufzubessern: Steffi Jones. Heute arbeitet die gebürtige Frankfurterin nach ihrer aktiven Karriere weiterhin in der Sportbranche. Sie war unter anderem von 2016 bis 2018 Bundestrainerin der Frauennationalmannschaft.

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